Worum geht’s
  • Auf­takt nach Maß: Nach dem Ein­bruch im Dezem­ber kon­nten die weltweit­en Aktienin­dizes den stärk­sten Jan­u­ar der let­zten Jahrzehnte ver­buchen.
  • Ein maßge­blich­er Treiber für die Märk­te war im ersten Quar­tal die Zin­spoli­tik in den USA und Europa.
  • Die Gin­mon-Port­fo­lios starteten erfol­gre­ich in das neue Jahr: zwis­chen 3,4% und 12,9% kon­nten Gin­mon-Anleger nach Kosten ein­fahren.

Marktentwicklungen im ersten Quartal 2019 — Frühlingsgefühle an den Börsen

Es scheint als hät­ten nicht nur wir, son­dern auch die Akteure an den glob­alen Kap­i­talmärk­ten die Wei­h­nachts­feiertage drin­gend nötig gehabt. Denn nach­dem die Börsen das let­zte Jahr wenig wei­h­nachtlich been­de­ten, startete das neue Jahr 2019 mit sel­ten dagewe­se­nen Kur­sanstiegen. Es wirk­te fast so, als hätte der Markt zum Jahreswech­sel den Reset-Knopf gedrückt.

Tat­säch­lich kon­nte der US-amerikanis­che Leitin­dex S&P 500 den besten Jan­u­ar seit 1987 verze­ich­nen und im gesamten ersten Quar­tal um ca. 13,7% zule­gen. Genau­so frisch ins neue Jahr startete das führende europäis­che Börsen­barom­e­ter MSCI Europe, welch­es den zweitbesten Jan­u­ar seit Index­au­flage 1999 erzielte und in den ersten drei Monat­en — Brex­it-Zirkus zum Trotz — mit einem Zuwachs von ca. 12,8% glänzen kon­nte. Der deutsche Leitin­dex DAX kon­nte sich von den Stra­pazen im Schlussquar­tal 2018 eben­falls wieder gut erholen und schloss mit einem Plus von ca. 9,2%.

Dabei war für Anleger umso erfreulich­er, dass die einge­fahre­nen Kurs­gewinne keineswegs mit ein­er nervösen Achter­bah­n­fahrt ein­hergin­gen, son­dern sich die Märk­te stetig und ohne große Schwankun­gen nach oben entwick­el­ten. Dies zeigte sich auch in der Entwick­lung des Volatil­itätsin­dex­es VIX — auch das “Angst­barom­e­ter der Wall Street” genan­nt. Nach einem starken Anstieg vor dem Jahreswech­sel ver­lor der VIX inner­halb von zehn Wochen ganze 55% und damit so viel wie noch nie inner­halb ein­er so kurzen Zeitspanne.

Doch was war der Auslöser für die globale Kehrtwende der Kapitalmärkte?

Eine Erk­lärung, die häu­fig herange­zo­gen wird ist, dass die Zen­tral­banken vor allem in den USA, aber auch in der Euro­zone ihren Kurs geän­dert zu haben scheinen und nun wieder expan­siv­er auftreten. Dies lässt sich zum Beispiel an den Mark­ter­wartun­gen für das zukün­ftige Zin­sniveau able­sen.

So gin­gen die Kap­i­talmärk­te im Novem­ber noch fest davon aus, dass die US-Noten­bank Fed im Jahr 2019 die Zin­sen weit­er erhöhen wird. Die eingepreiste Wahrschein­lichkeit für eine Zin­ser­höhung lag zu dieser Zeit bei bis zu 90%, während die für eine Zinssenkung lediglich bei 1% lag.

Nur wenige Monate später hat sich dieses Bild kom­plett gedreht. Zum Ende des ersten Quar­tals 2019 wurde eine Zin­skürzung der Fed im laufend­en Jahr vom Markt mit 70% Wahrschein­lichkeit bew­ertet, während eine weit­ere Erhöhung mit­tler­weile kom­plett aus­gepreist wird.

Quelle: CME Group, Stand 03.04.2019

Doch während diese Kehrtwende in vie­len Port­fo­lios Früh­lings­ge­füh­le aufkeimen ließ, war­nen einige Mark­t­teil­nehmer vor uner­wün­scht­en Neben­wirkun­gen.

Der Mythos Zinskurve — was ist dran am Rezessions-Indikator?

Eine davon: Die Zin­skurve in den USA hat sich Ende des ver­gan­genen Quar­tals invertiert, d.h. dass die Ren­diten auf kur­zlaufende Staat­san­lei­hen höher waren als die auf langlaufende. Dies wird häu­fig als Sig­nal für eine dro­hende Rezes­sion gew­ertet.

Nach den üblichen Regeln des Finanz­mark­tes ver­hält es sich mit den Zin­sen wie fol­gt: Je län­gere Kred­ite eine Bank ihren Kun­den gewährt, desto höhere Zin­sen müssen diese dafür bezahlen. Dies wird schlichtweg damit begrün­det, dass die Bank länger darauf warten muss, bis das ver­liehene Geld zurück­gezahlt wor­den ist und daher einem höheren Risiko aus­ge­set­zt ist.

Fügt man Zinssätze über ver­schiedene Laufzeit­en hin­weg in ein­er Grafik zusam­men, so ergibt sich eine in der Regel nach oben geneigte Kurve, die auch Zinsstruk­turkurve (oder kurz: Zin­skurve) genan­nt wird. Betra­chtet man die etwas vere­in­fachte Zin­skurve von Bun­de­san­lei­hen, so lässt sich diese Sys­tem­atik wun­der­bar beobacht­en. Während kürz­er laufende Anlei­hen zwis­chen drei und ein­schließlich fünf Jahren bei ein­er neg­a­tiv­en Ren­dite von ca. -0,54% p.a. quotieren, wer­den Inve­storen in länger­fristi­gen Anlei­hen von über 15 Jahren mit ein­er Ren­dite von ca. 0,39% p.a. vergütet.

Quelle: Deutsche Bun­des­bank, Stand: 31.03.2019, Link

Die Logik der Finanzmärk­te wäre jedoch zu sim­pel, wenn sich die Zin­sen immer genau auf diese Art und Weise ver­hal­ten wür­den. Denn manch­mal ste­hen die Zinssätze auf den Finanzmärk­ten mehr oder weniger auf dem Kopf. In diesem Fall sind die kurzfristi­gen Zin­sen höher als die langfristi­gen — die Zin­skurve ist daher über die Zeit hin­weg abfal­l­end, bzw. invers. So garantieren US-Staat­san­lei­hen über fünf Jahre derzeit 2,31% Ren­dite p.a., über einen wesentlich kürz­eren Zeitraum von drei Monat­en jedoch sog­ar 2,43% p.a. (U.S. Depart­ment of the Trea­sury, Stand: 01.04.2019, Link).

Dieses etwas ungewöhn­liche Ver­hält­nis in den USA gilt vie­len als Vor­bote für eine sich abküh­lende Kon­junk­tur. Denn immer­hin war dies vor jed­er der let­zten neun Rezes­sio­nen in den USA der Fall.

Doch was ist dran am Rezessions-Indikator?

Für eine tiefer­ge­hende Analyse ist eine Betra­ch­tung des soge­nan­nten Ren­dite-Spreads zwis­chen langfristi­gen und kurzfristi­gen Staat­san­lei­hen hil­fre­ich. Der Ren­dite-Spread ist hier­bei nichts anderes als die Dif­ferenz der Ren­dite der 10-Jahres-Staat­san­lei­he zur Ren­dite der Anlei­he über ein Jahr, bzw. zwei Jahre. Fällt dieser Wert unter Null, so befind­en wir uns in der oben erläuterten Sit­u­a­tion ein­er inversen Zin­skurve. In der Grafik sieht man, dass die US-Zin­skurve sich in der Ver­gan­gen­heit im Vor­feld von Rezes­sio­nen immer invertierte.

Quelle: Fed­er­al Reserve Bank of St. Louis

Den­noch gibt es viele Gründe, die gegen den so oft genan­nten Rezes­sions-Indika­tor sprechen.

Viele Experten merken zum Beispiel an, dass vor allem tech­nis­che Gründe für die derzeit­ige Sit­u­a­tion an den Zins­märk­ten ver­ant­wortlich sind. Denn die Geld­poli­tik der Fed war über einen lan­gen Zeitraum nach der Finanzkrise äußerst expan­siv. Zwar hat die Noten­bank ihr Anlei­hekauf­pro­gramm inzwis­chen been­det, jedoch ver­fügt sie noch immer über einen immensen Bestand an US-Staat­san­lei­hen in ihren Büch­ern, den es noch abzubauen gilt.

Auch die Tre­ff­sicher­heit des Indika­tors lässt zu wün­schen übrig. Zwar ging jed­er der let­zten neun US-Rezes­sio­nen eine Inver­sion der Zin­skurve zuvor, ander­srum fol­gte aber nicht auf jede Inver­sion auch eine Rezes­sion. So war zum Beispiel der Ren­dite-Spread im Som­mer 1998 eben­falls kurzzeit­ig neg­a­tiv, eine Rezes­sion blieb in den darauf­fol­gen­den zwei Jahren jedoch aus.

Auch hat die Zin­skurve his­torisch gese­hen keine Hin­weise darauf gegeben, wann genau eine Rezes­sion ein­tritt. In den frühen 1990er-Jahren sind etwa 17 Monate zwis­chen Zin­skur­ven-Inver­sion und Rezes­sion ver­gan­gen. Im Falle der Dot­com-Blase betrug diese Zwis­chen­zeit elf Monate und im Falle der Finanzkrise im let­zten Jahrzehnt vergin­gen sog­ar ganze 23 Monate, ehe sich die Wirtschaft im Dezem­ber 2007 in ein­er Rezes­sion wieder­fand.

Anleger soll­ten die häu­fig ange­führte Prog­nose­fähigkeit von Zin­skur­ven also kri­tisch hin­ter­fra­gen. Denn wirtschaftliche Entwick­lun­gen lassen sich nicht mit Bes­timmtheit vorher­sagen. Und selb­st wenn Rezes­sio­nen zuver­läs­sig vorherge­sagt wer­den kön­nten, bliebe die wichtig­ste Frage immer noch unbeant­wortet: wie wür­den die Märk­te reagieren?

Entwicklung der Ginmon-Portfolios — Das profitabelste Quartal der Ginmon-Geschichte

Mit dem 31. März 2019 endete das prof­ita­bel­ste Quar­tal in unser­er Unternehmensgeschichte. Da nach den außergewöhn­lich pos­i­tiv­en Monat­en Jan­u­ar und Feb­ru­ar unsere Port­fo­lios auch im März nicht an Fahrt ver­loren, kon­nten unsere Anleger Gewinne zwis­chen 3,4% und 12,9% nach Kosten ver­buchen.

Quelle: Gin­mon

Da Gin­mon-Anleger jedoch wis­sen, dass ein Quar­tal nicht auss­chlaggebend für den langfristi­gen Ver­mö­gen­sauf­bau ist, wer­fen wir immer auch einen Blick auf unsere 3-Jahres-Ren­dite nach Kosten. Während unsere offen­siv­en Port­fo­lios mit ein­er Per­for­mance von bis zu 31,2% glänzen kön­nen, ste­ht auch bei unser­er sehr kon­ser­v­a­tiv­en Strate­gie GM01 eine respek­table Ren­dite von 4,7% zu Buche — deut­lich mehr als man mit jedem Tages­geld­kon­to in den let­zten drei Jahren hätte ver­di­enen kön­nen.

Quelle: Gin­mon

Um Ihnen ein besseres Ver­ständ­nis dafür zu geben, wieso unsere Port­fo­lios let­ztlich genau mit diesen Ren­diten abschnit­ten, bietet sich ein Auf­brechen in die einzel­nen Ren­dite­treiber an. Hier­durch lässt sich sehr schön sehen, zu welchem Grad die unter­schiedlichen Anlageklassen und Fak­toren die Entwick­lung eines Port­fo­lios bes­timmten. Dies haben wir exem­plar­isch für die Anlages­trate­gien GM01, GM04, GM07 und GM10 dargestellt.

Quelle: Gin­mon

Deut­lich wird, dass im ver­gan­genen Quar­tal jede Anlageklasse pos­i­tiv zur Port­fo­lioren­dite beige­tra­gen hat. Beson­ders der furiose Jahres­be­ginn an den Aktien­märk­ten hat sich in den Strate­gien mit 1,1% bis 6,9% niedergeschla­gen. Inter­es­sant ist hier, dass Aktien selb­st im sehr kon­ser­v­a­tiv­en Port­fo­lio GM01 für ca. ein Drit­tel der gesamten Quar­tal­sren­dite von 3,4% ver­ant­wortlich waren, obwohl in dieser Strate­gie die Aktien­quote lediglich 8% beträgt.

Auch unsere Alloka­tion zu Fak­toren hat sich mit bis zu 4,4% Ren­dite bezahlt gemacht. Eben­falls pos­i­tiv entwick­el­ten sich Rohstoffe und Immo­bilien, welche zusam­menge­fasst bis zu 1,7% beitra­gen kon­nten.

Anleiherendite unter der Lupe

Da im ver­gan­genen Quar­tal beson­ders Noten­banken und deren Zin­spoli­tik im Mit­telpunkt standen, lohnt es sich, den Per­for­mance­beitrag der Anlageklasse Anlei­hen noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Schauen wir uns hierzu ein­mal zwei Strate­gien mit höheren Anlei­he-Alloka­tio­nen von 88% (GM01) bzw. 57% (GM04) an:

Quelle: Gin­mon

Auf­fal­l­end ist, dass die Alloka­tion in Staat­san­lei­hen für bei­de Port­fo­lios qua­si den gesamten Ren­dite-Beitrag des ersten Quar­tals aus­macht­en. Unternehmen­san­lei­hen tru­gen eben­falls pos­i­tiv zur Per­for­mance bei, dies wurde jedoch fast eins-zu-eins wieder von dem neg­a­tiv­en Beitrag durch die Laufzeit aufge­fressen.

Wir set­zen in unseren Strate­gien haupt­säch­lich auf Anlei­hen mit kurz­er Rest­laufzeit, welche jedoch im ersten Quar­tal schlechter abschnit­ten als langlaufende Anlei­hen. Dies erk­lärt sich aus der zu Beginn bere­its disku­tierten Inver­sion der Zin­skurve in den USA, wo langlaufende Anlei­hen mit­tler­weile gerin­gere Zin­sen abw­er­fen als kur­zlaufende. Da bei Anlei­hen niedrigere Zin­sen mit höheren Kursen kor­re­spondieren, legten diese Papiere beson­ders zu.

Daneben set­zen wir vor allem auf Titel mit sehr hoher Qual­ität. Dies min­derte die Per­for­mance in den ver­gan­genen drei Monat­en ger­ingfügig, da Anlei­hen niedriger­er Qual­ität stärk­er im Wert zule­gen kon­nten als solche mit hoher Qual­ität. Anlei­hen schwach­er Bonität prof­i­tieren von niedri­gen Zin­sen beson­ders, da diese meist von Unternehmen oder Staat­en begeben wer­den, die bere­its hoch ver­schuldet sind und steigende Zin­sen weniger gut verkraften kön­nten. Der vom Markt nun eingepreiste Aus­blick auf eine Leitzinssenkung der US-amerikanis­chen Noten­bank gab diesen Wert­pa­pieren daher Rück­en­wind.

Unternehmensentwicklungen

Nicht nur unsere Kun­den­port­fo­lios, son­dern auch das Unternehmen Gin­mon als Ganzes hat sich im ver­gan­genen Quar­tal erfreulich weit­er­en­twick­elt. Der ein oder andere hat es vielle­icht schon bemerkt: diese Woche kon­nten wir Ihnen einige kleine aber feine Erweiterun­gen unseres Kun­den­cen­ters präsen­tieren. So zum Beispiel eine aus­ge­baute Inbox sowie die Möglichkeit, Aufträge nachträglich zu stornieren.

Darüber hin­aus haben wir uns über zwei weit­ere Ausze­ich­nun­gen freuen dür­fen. So wur­den wir erst kür­zlich vom US-Wirtschafts­magazin Forbes im Rah­men des Pro­jek­tes “The Hun­dred” zu einem der 100 inno­v­a­tivsten Star­tups in Deutsch­land gewählt. Im großen Robo-Advi­sor-Test 2019 des führen­den Anlegermagazins für ETFs, dem EXtra-Mag­a­zin, kon­nten wir außer­dem mit Best­note und Max­i­malpunk­tzahl abschließen. Mit diesen Entwick­lun­gen im Rück­en sind wir schon jet­zt ges­pan­nt auf ein ereignis­re­ich­es und hof­fentlich pos­i­tives Früh­lings- und Som­merquar­tal 2019.

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