Egal ob im Straßen­verkehr, bei der Restau­rant­wahl oder auch an der Börse — in so ziem­lich jed­er Lebenssi­t­u­a­tion gibt es ihn. Und doch nehmen ihn nur die wenig­sten bewusst wahr: den Her­den­trieb. Ein psy­chol­o­gis­ches Phänomen, bei dem sich Men­schen der All­ge­mein­heit und deren Ver­hal­tens­mustern anschließen, anstatt eine eigene Entschei­dung zu tre­f­fen. Die Chance, das Richtige zu tun ist schließlich vorhan­den. Und falls es schief geht, sitzen zumin­d­est alle im sel­ben Boot.

Worum geht’s?
  • Der Her­den­trieb als psy­chol­o­gis­ches Phänomen — das Asch Exper­i­ment
  • Warum der Her­den­trieb am Kap­i­tal­markt fatale Fol­gen haben kann
  • Ein antizyk­lis­ches Investieren frei von Emo­tio­nen sorgt für eine opti­mierte Ren­dite

Sam­stag Nach­mit­tag, angenehme 25 Grad im Schat­ten und die Bun­desli­ga ist in der Som­mer­pause — was gibt es da Schöneres, als bei einem guten Kaf­fee oder einem kühlen Bier auf der Ter­rasse eines Cafés zu entspan­nen und die Woche Revue passieren zu lassen? Angenom­men man hat die Wahl: links das Restau­rant, das mit weni­gen vere­inzel­ten Gästen nur mäßig besucht ist. Rechts das brechend volle Café, ein let­zter freier Tisch lädt zum Ver­weilen ein. Wie wird die Entschei­dung wohl aus­fall­en?

Nicht wenige entschei­den sich für let­ztere Option. Län­gere Wartezeit­en wer­den gerne in Kauf genom­men, schließlich ist der große Zus­pruch doch sich­er ein Indiz für die Qual­ität des Lokals.
Beobachtet man das muntere Treiben in den Innen­städten Deutsch­land, so wird man schnell Zeuge dieses Her­den­triebs. So beispiel­sweise auch als Fußgänger im Straßen­verkehr: Ste­ht man an ein­er roten Ampel, doch weit und bre­it ist kein Auto zu sehen, bedarf es nur ein­er Per­son, die anfängt loszu­laufen. Macht ein­er sprich­wörtlich den ersten Schritt, fol­gen schnell weit­ere Pas­san­ten, die die Straße auch bei Rot über­queren.

Das Asch Experiment

Bere­its 1951 unter­suchte der Psy­chologe Salomon Asch das men­schliche Ver­hal­ten in Grup­pen. Dazu zeigte er Proban­den Lin­ien ver­schieden­er Län­gen. Diese soll­ten in ein­er ersten Ver­such­srunde (bei der die Per­son alleine im Raum war) bes­tim­men, welche der Lin­ien inner­halb der Ver­gle­ichs­gruppe (rechts) iden­tisch ist mit der ihnen vorgelegten Lin­ie (links). Wie zu erwarten war, trafen beina­he alle Ver­suchsper­so­n­en die richtige Wahl (in diesem Fall C).

In ein­er zweit­en Ver­such­srunde kamen nun 6 weit­ere Per­so­n­en in den Raum, welche jedoch im Vor­feld über den Zweck des Exper­i­ments aufgek­lärt wur­den. Die Gruppe soll­ten nun ins­ge­samt fünf Lin­ien nacheinan­der entsprechend zuord­nen. In den ersten vier Durchgän­gen trafen alle Per­so­n­en die gle­iche Entschei­dung. Inter­es­sant wurde es in der fün­ften Runde: Alle 6 später hinzugekomme­nen Per­so­n­en gaben geschlossen eine falsche Antwort (in unserem Beispiel Antwort A). Anschließend wurde die Ver­such­srei­he mehrere Male wieder­holt. Asch wollte so her­aus­find­en, wie sich die eigentliche Ver­suchsper­son unter Grup­pen­zwang ver­hält.

Das Ergeb­nis: In 76 % der Fälle beugte sie sich min­destens ein­mal der All­ge­mein­heit, obwohl diese mit ihrer Aus­sage offen­sichtlich falsch lag. Schein­bar hat­te die Per­son einen Anreiz, sich nicht gegen die mehrheitliche Mei­n­ung zu stellen. Stattdessen wählte sie den Weg des ger­ing­sten Wider­standes.

Ein solch­es Ver­hal­ten macht aus evo­lu­tionär­er Sicht natür­lich Sinn: In Zeit­en, in denen der Men­sch nicht nur Jäger, son­dern auch Gejagter war, fol­gte man der Gruppe unverzüglich, wenn auch nur ein­er Gefahr wit­terte. Wer nicht fol­gte oder einen anderen Weg ein­schlug und sich von der Gruppe tren­nte, der ver­schwand schnell aus dem Gen­pool. Beson­ders bei Gefahr im Verzug trifft man die Entschei­dung der Herde zu fol­gen meist im Unter­be­wusst­sein. Doch wie sich zeigt, lohnt es sich gründlich nachzu­denken, bevor man sich dem Ver­hal­tens­muster ein­er Gruppe anschließt. In der heuti­gen Zeit kann ein solch­er Her­den­trieb näm­lich auch neg­a­tive Fol­gen haben — vor allem am Kap­i­tal­markt.

Steigen die Kurse, kommen die Privatanleger. Fallen die Kurse, gehen die Privatanleger.”

So lautet eine Börsen­weisheit. Und tat­säch­lich: Anleger ori­en­tieren sich in ihrem Investi­tionsver­hal­ten an dem der Mehrheit und neigen auch hier zu einem starken Her­den­trieb. Ver­schiedene Stu­di­en zeigen: Steigen die Kurse, so steigt ten­den­ziell auch der Aktienbe­stand von Pri­vatan­legern. Anleger kaufen also weit­ere Aktien hinzu, wenn die Kurse am Steigen sind — auch sie möcht­en schließlich ein Stück des Kuchens abhaben und am kräfti­gen Wach­s­tum teil­haben. Gle­ichzeit­ig sprin­gen Anleger auch schnell gemein­sam wieder ab, geht es mit den Kursen nach unten. So geschehen etwa in den Jahren 1999 bis 2003, als die Telekom Aktie nach einem Reko­rd­hoch auf­grund von Verkauf­swellen plöt­zlich drastisch zu sinken begann. Die Deutsche Bank machte den Anfang und verkaufte knapp 44 Mil­lio­nen Aktien. Es dauerte nicht lange, bis sich weit­ere Banken und etliche Pri­vatan­leger anschlossen, was den Kurs ins Boden­lose stürzen lies.

Emotionen sind an der Börse fehl am Platz

Dass ein solch­es, von Emo­tio­nen getriebenes Han­deln die Ren­dite erhe­blich schmälern kann, wird oft vergessen, wenn plöt­zlich von poten­ziellen Kurs­gewin­nen die Rede ist. Dann wird die eigene Anlages­trate­gie gerne über Bord gewor­fen. Doch nicht nur Pri­vatan­leger neigen zu prozyk­lis­chem Investieren; auch Fonds­man­ag­er machen da meist keine Aus­nahme. Neben den besagten emo­tionalen Grün­den spie­len hier aber auch reg­u­la­torische Vorschriften eine Rolle, die oft­mals zu Zwangsverkäufen bei fal­l­en­den Kursen führen. Ein solch­er Her­den­trieb kann erhe­blichen Ein­fluss nehmen auf die Preiss­chwankun­gen am Markt: Je mehr Mark­tak­teure gle­ichzeit­ig kaufen bzw. verkaufen, desto stärk­er fall­en diese Schwankun­gen aus.
Die Port­fo­liotech­nolo­gie von Gin­mon macht sich genau diesen Umstand zunutze. Völ­lig frei von Emo­tio­nen investiert der Algo­rith­mus antizyk­lisch in ver­schiedene Anlageklassen. Angelegtes Kap­i­tal wird dabei regelmäßig von hoch in niedrig bew­ertete Anlageklassen umgeschichtet. So kön­nen Anleger langfristig der gewählten Anlages­trate­gie und Port­fo­lioal­loka­tion treu bleiben und prof­i­tieren von opti­mierten Ren­diten. Und da sich die Märk­te langfristig in ver­schiede­nen Zyklen bewe­gen, ent­ge­hen Anleger nicht nur dem Phänomen des Her­den­triebs, son­dern prof­i­tieren sog­ar von ihm. So wer­den ETFs genau dann zugekauft, wenn sie rel­a­tiv gün­stig zu erste­hen sind, und wer­den verkauft, wenn sie sich in einem Hoch befind­en.

Fazit

Sich dem Ver­hal­ten ein­er Gruppe anzuschließen mag in vie­len Lebenssi­t­u­a­tio­nen dur­chaus seine Daseins­berech­ti­gung haben. Geht es jedoch um die eige­nen Finanzen, sollte man emo­tion­s­getriebenes Han­deln ander­er Mark­t­teil­nehmer möglichst aus­blenden und dem Her­den­trieb ent­ge­hen. Anstatt dem näch­sten Trend hin­ter­herzu­ja­gen, lohnt es sich sein­er Anlages­trate­gie langfristig treu zu bleiben. Ein antizyk­lis­ch­er Investi­tion­sansatz wie der von Gin­mon sorgt für eine sta­bile Wer­ten­twick­lung bei opti­mierten Ren­diten, die auf die indi­vidu­elle Risikobere­itschaft des Anlegers zugeschnit­ten sind. Dem langfristi­gen Ver­mö­gen­sauf­bau ste­ht somit nichts mehr im Wege und man kann sich auf der Ter­rasse eines Cafés entspan­nt zurück­lehnen — egal, ob man sich am Ende für das volle oder das weniger gut besuchte entsch­ieden hat.

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