Jedes Jahr dür­fen wir uns aufs Neue um Berge von Papi­er küm­mern. Hier ein Antrag, dort eine Steuer­erk­lärung. Doch dieser Aufwand zahlt sich in der Regel aus. Denn was bringt es, bei der Port­fo­liover­wal­tung jedes Opti­mierungspoten­zial auszuschöpfen und im Nach­hinein das Geld bei Vater Staat liegen zu lassen? Um sicherzustellen, dass auch Sie das meiste aus Ihrer Gel­dan­lage her­aus­holen, erk­lären wir Ihnen im Fol­gen­den was es mit dem Freis­tel­lungsauf­trag auf sich hat.

Worum geht’s?

  • Aktuell wer­den bis zu 801€ Frei­be­trag auf Kap­i­talerträge für Einzelper­so­n­en (1.602€ für Eheleute) gewährt
  • Den Freis­tel­lungsauf­trag kön­nen Sie online in Ihrem Gin­mon Kun­den­cen­ter ein­re­ichen
  • Sie benöti­gen Ihre Steuer-Iden­ti­fika­tion­snum­mer

Wem steht ein Freibetrag zu?

Grund­sät­zlich gilt in Deutsch­land: Wer Kap­i­talerträge erwirtschaftet, muss darauf Steuern zahlen. Darunter fall­en Zin­sen, real­isierte Kurs­gewinne und Div­i­den­den. Zur Unter­stützung bei der finanziellen Vor­sorge wird jedem deutschen Spar­er ein Frei­be­trag (=Spar­erpausch­be­trag) in Höhe von aktuell 801€ pro Jahr auf Kap­i­talerträge gewährt. Auch Kindern ste­ht dieser Betrag zu. Ehep­aare kön­nen ihre gemein­samen 1.602€ nach Bedarf aufteilen. Erst über diesen Betrag hin­aus wird Abgel­tungss­teuer (in Form der Kap­i­taler­trag­s­teuer) auf die Kap­i­taleinkün­fte fäl­lig. Um diesen Frei­be­trag zu nutzen, muss vom Anleger ein Freis­tel­lungsauf­trag beim jew­eili­gen Finanzin­sti­tut ein­gere­icht wer­den.

Wo, wann und wie reiche ich einen Freistellungsauftrag ein?

Den Frei­be­trag kön­nen Sie auf Ihre Depots/Konten bei allen Banken aufteilen, bei denen Sie im Inland Kunde sind. Die Summe darf die obi­gen Beträge nicht über­steigen.

Der Freis­tel­lungsauf­trag gilt für ein kom­plettes Kalen­der­jahr. Sie soll­ten also gut abwä­gen, wie hoch der Betrag im Ide­al­fall sein soll. Soll­ten Sie sich ver­schätzt haben, kön­nen Sie den Betrag jedoch durch das Ein­re­ichen eines neuen Auf­trages inner­halb des Jahres anpassen. Dies muss im gle­ichen Kalen­der­jahr erfol­gen und gilt rück­wirk­end bis zum Jahres­be­ginn. Bis dahin bere­its gezahlte Abgel­tungss­teuer wird zurück­er­stat­tet.

Eine nachträgliche Her­ab­set­zung ist jedoch lediglich bis zu dem Betrag möglich, der bis zu diesem Zeit­punkt bere­its beansprucht wurde.

Soll­ten Sie einen zu gerin­gen Frei­be­trag angegeben haben, so kön­nen Sie sich die unnötig abge­führte Steuer über Ihre Steuer­erk­lärung im Nach­hinein zurück­holen (Anlage KAP), sofern die steuerpflichti­gen Kap­i­talerträge den Frei­be­trag von 801€ (bzw. 1.602€ bei Eheleuten) nicht über­steigen. Denn das Finanzin­sti­tut behält die 25 Prozent Kap­i­taler­trag­s­teuer (+ Sol­i­dar­ität­szuschlag und evtl. Kirchen­s­teuer)* automa­tisch ein und führt diese direkt an das Finan­zamt ab.

Der Freis­tel­lungsauf­trag selb­st ist wahlweise nur für das aktuelle Kalen­der­jahr, oder auch für beliebige weit­ere Kalen­der­jahre gültig. Er muss nicht jedes Jahr erneut ein­gere­icht wer­den, son­dern nur, falls sich an den Rah­men­dat­en etwas ändert.

GINMON TIPP: Unseren Anlegern empfehlen wir in etwa einen Betrag in Höhe von 2 Prozent der Anlage­summe freizustellen. Dies deckt im Nor­mal­fall die Div­i­den­den ab. Bei weit­eren Auszahlun­gen über das Jahr ist der Frei­be­trag entsprechend zu erhöhen.

Welche Dokumente benötigen Sie beim Einreichen?

Neben dem Freis­tel­lungsauf­trag selb­st benöti­gen Sie für das erfol­gre­iche Ein­re­ichen Ihre Steuer-Iden­ti­fika­tion­snum­mer (auch Steuer-ID oder TIN genan­nt). Ehe- oder Lebenspart­ner müssen bei gemein­samer Ver­an­la­gung bei­de Steuer-IDs angeben. Ohne diese ist der Freis­tel­lungsauf­trag unwirk­sam.

Info: Die aus elf Zif­fern beste­hende Steuer-Iden­ti­fika­tion­snum­mer wird allen in Deutsch­land gemelde­ten Bürg­ern vom Bun­deszen­tralamt für Steuern zugeteilt. Man find­et diese beispiel­sweise auf dem let­zten Steuerbescheid. Soll­ten Sie ger­ade keinen Steuerbescheid zur Hand haben, so kön­nen Sie alter­na­tiv hier Ihre Steuer-Iden­ti­fika­tion­snum­mer beim Bun­deszen­tralamt anfordern. Bitte ver­wech­seln Sie die Steuer-Iden­ti­fika­tion­snum­mer nicht mit der Steuer­num­mer, die jedem Bürg­er zugeteilt wird und eben­falls 11 Zif­fern lang ist.

Hin­weis: Diese Infor­ma­tio­nen gel­ten lediglich für in Deutsch­land steuer­lich ansäs­sige Anleger. *Stand 22.02.2018

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