Das Wichtig­ste in Kürze
  • Durch die soge­nan­nte Rol­lop­ti­mierung des von uns aus­gewählten ETFs kann eine höhere Ren­dite erwirtschaftet wer­den
  • Eine bre­ite Diver­si­fika­tion inner­halb unseres Rohstoff-ETFs sichert ein ver­gle­ich­sweise hohes Risiko-Ren­dite-Ver­hält­nis
  • Durch einen Aktien­an­teil von mehr als 50% lässt der ETF eine Steuerop­ti­mierung nach dem Invest­ments­teuerge­setz zu und prof­i­tiert vom max­i­malen Teil­freis­tel­lungs­be­trag

Wer mit ETFs in Rohstoffe investieren möchte, ste­ht vor der Qual der Wahl. Inve­storen ste­ht eine Vielzahl bre­it gefasster Rohstoff-ETFs zur Auswahl, die so unter­schiedliche Rohstoffe, wie z.B. Gold und Öl kom­binieren. Zudem gibt es zahlre­iche Subindizes auf einzelne, kleinere Seg­mente. So ergibt sich ein Uni­ver­sum aus ins­ge­samt 120 am deutschen Markt ver­füg­bar­er Rohstoff-ETFs. Aus diesen hat unser Selek­tion­sal­go­rith­mus ape­ironselect den BNP Paribas Ener­gy & Met­als Enhanced Roll (ISIN: LU1291109616) aus­gewählt.

Wie aber kamen wir zu dem Schluss, dass dieser ETF momen­tan der opti­male Rohstoff-ETF — und damit allen anderen 119 am Markt ver­füg­baren — über­legen ist?

Die Kurzfassung — Unser ETF gegen den Rest der Robo-Welt

Wir steck­en viel Arbeit in die Auswahl der richti­gen ETFs — und das zahlt sich aus. Viele andere Ver­mö­gensver­wal­ter set­zen im Rohstoff-Bere­ich auf den weit ver­bre­it­eten Rohstoff-ETF von Lyx­or (Lyx­or Com­modi­ties Thom­son Reuters/CoreCommodity, ISIN: LU1829218749). So zum Beispiel Scal­able Cap­i­tal oder White­box. Wir hinge­gen haben uns für einen ETF von BNP Paribas entsch­ieden (BNP Paribas Ener­gy & Met­als Enhanced Roll, ISIN: LU1291109616)

Gegenüber dem Lyx­or-ETF hat dieser in den ver­gan­genen 12 Monat­en* 5,41% mehr Ren­dite erwirtschaftet. Die Gründe: Rol­lop­ti­mierung und eine bessere Diver­si­fika­tion inner­halb des ETFs. Wie das Ganze genau funk­tion­iert, erfahren Sie hier.

Quelle: Gin­mon, Ren­dite bezieht sich auf den Zeitraum 30.09.2018 bis 30.09.2019

Ein Invest­ment in Rohstoffe ist nur über soge­nan­nte Ter­minkon­trak­te (Englisch: Futures) möglich. Futures sind Verträge über die Liefer­ung eines Rohstoffs, z.B. eines Fass­es Rohöl, zu einem bes­timmten Zeit­punkt für einen bes­timmten Preis. Der Kurs des börsen­ge­han­dl­ten Ter­minkon­trak­tes gibt dabei an, zu welchem Preis der Rohstoff am Tag der Liefer­ung den Besitzer wech­selt. Zu jed­er Zeit wer­den für einen Rohstoff mehrere Ter­minkon­trak­te gehan­delt. Für Öl zum Beispiel kann man prob­lem­los heute schon Futures mit ein­er Liefer­ung in drei Jahren kaufen. Pro­duzen­ten und End­ab­nehmer kön­nen sich dadurch heute bere­its für die Zukun­ft absich­ern.

Rohstoffin­d­izes bilden die Wer­ten­twick­lung eben­solch­er Ter­minkon­trak­te ab. Der aktuelle Kurs eines Rohstoffs, den man der Presse oder online ent­nehmen kann, ist dabei immer der Kurs für den Ter­minkon­trakt, der als näch­stes aus­läuft. Dieser wird auch Front­monats-Kon­trakt genan­nt.

Grund #1: Bessere Performance durch Rolloptimierung

Es gibt ver­schiedene Strate­gien, wie ein Invest­ment in Rohstoffe abge­bildet wer­den kann. Die ein­fach­ste und am weitesten ver­bre­it­ete ist eine soge­nan­nte Front­monats-Rol­lierung. Dabei wird der Ter­minkon­trakt gehal­ten, der im näch­sten Monat aus­läuft. Kurz bevor der Kon­trakt fäl­lig wird, wird dieser wieder verkauft und der nächst fäl­lig wer­dende gekauft.  Der Front­monats-Kon­trakt wird sozusagen einen Monat weit­er “gerollt”. Der Verkauf ist notwendig, da anson­sten der Rohstoff wirk­lich physisch geliefert wer­den würde. Dieser Vor­gang wieder­holt sich jeden Monat. 

Ein Investor würde also zum Beispiel im Okto­ber einen Rohöl-Future kaufen, der im Novem­ber aus­läuft und diesen wieder kurz vor Liefer­ung im Novem­ber verkaufen, um einen neuen Kon­trakt mit Liefer­ung im Dezem­ber zu kaufen. So bildet sich eine End­loss­chleife, die den Vorteil mit sich bringt, dass keine Liefer­ung stat­tfind­et, der Anleger aber trotz­dem die größt­mögliche Annäherung zum Mark­t­preis des Rohstoffs erhält. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Strate­gie stark von Con­tan­go und Back­war­da­tion betrof­fen ist.

Was sind Con­tan­go und Back­war­da­tion?

Ein Rohstoff befind­et sich im Con­tan­go, wenn der Futures-Preis für ein zukün­ftiges Liefer­da­tum höher liegt als der aktuelle Mark­t­preis des Rohstoffs. Ver­ant­wortlich dafür kön­nen grundle­gende Fak­toren wie Lagerungs-, Finanzierungs- und Ver­sicherungskosten sein (sog. “Cost-to-car­ry”). Für die Front­monats-Rol­lierung heißt das allerd­ings, dass der Kurs beim Neukauf eines Ter­minkon­trak­ts höher liegt als der Verkauf­spreis des alten Kon­trak­ts. Effek­tiv ergibt sich somit eine neg­a­tive Ren­dite.

Quelle: Gin­mon (schema­tis­che Darstel­lung)

Im Gegen­satz dazu ste­ht das Phänomen der Back­war­da­tion, welch­es das Prinzip des Con­tan­go auf den Kopf stellt. Hier­bei ist der Preis des zukün­fti­gen Ter­minkon­trak­ts geringer als der aktuelle Mark­t­preis des Rohstoffs. Dies kann vorkom­men, wenn der heutige Besitz des Rohstoffs vorteil­hafter ist als wenn man den Rohstoff erst in der Zukun­ft besitzen würde; beispiel­sweise wenn man einen laufend­en Pro­duk­tion­sprozess­es aufrechter­hal­ten muss. Dies wird als “Con­ve­nience-Ren­dite” beze­ich­net, welche oft im umgekehrten Ver­hält­nis zum Lagerbe­stand ste­ht. Wenn die Lagerbestände niedrig sind, ist die Con­ve­nience-Ren­dite hoch, da der Rohstoff essen­tiell für die Pro­duk­tion wird. Dadurch erhält der Anleger beim “Rollen” — also beim Verkauf des fäl­lig wer­den­den und Kauf des zukün­fti­gen Futures — eine pos­i­tive Ren­dite.

Quelle: Gin­mon (schema­tis­che Darstel­lung)

They see me rollin’: Aber wann genau?

Woher soll man aber nun wis­sen, ob man sich im (unvorteil­haften) Con­tan­go oder in der (vorteil­haften) Back­war­da­tion befind­et, und wann man verkaufen und kaufen soll? An diesem Punkt set­zt eine neue, smarte Anlages­trate­gie an, die auch der von uns ver­wen­dete ETF nutzt: die Rol­lop­ti­mierung. Diese ver­sucht, die Kosten der Ter­minkon­trakt-Rol­lierung zu min­imieren und die Erträge zu max­imieren. 

Dies geschieht, indem Kon­trak­te mit dem ger­ing­sten Con­tan­go oder der steil­sten Back­war­da­tion gekauft wer­den, wobei die Länge der Ter­minkon­trak­te — anders als bei der Front­monats-Rol­lierug — vari­ieren darf. So schließt der ETF nicht nur Ter­minkon­trak­te mit ein­er Länge von einem Monat ab, son­dern kauft auch solche, deren Fäl­ligkeits­da­tum weit­er in der Zukun­ft liegt. Die meis­ten Rohstoffe-Futures sind übri­gens so liq­uide, dass auch Ter­minkon­trak­te mit Fäl­ligkeit in einem bis drei Jahren ohne große Kosten gekauft wer­den kön­nen. 

Quelle: Gin­mon (schema­tis­che Darstel­lung)

Das Resul­tat: mehr Ren­dite und ein gerin­geres Risiko. Denn bei ein­er sim­plen Front­monats-Rol­lierung ist man immer abhängig davon, ob der nächst fäl­lig wer­dende Future teur­er oder bil­liger ist als der aktuelle. Durch Rol­lop­ti­mierung kann unser ETF sich den­jeni­gen Ter­minkon­trakt aus­suchen, der die beste Roll­ren­dite aufweist.

Grund #2: Diversifikation innerhalb des ETFs

Eine der wichtig­sten Grun­dregeln für alle ETF-Inve­storen lautet: Ein ETF ist nur so gut wie sein Index. Denn ein ETF bildet lediglich pas­siv die Wer­ten­twick­lung eines bes­timmten Ref­eren­zin­dex’ ab. Daher investieren wir bei Gin­mon viel Zeit und Energie, um den richti­gen Index zu iden­ti­fizieren. Im Rohstoff­bere­ich unter­schei­den sich die ver­füg­baren Indizes vor allem in der Zusam­menset­zung der unter­schiedlichen Rohstoff-Klassen.

Unser ETF basiert auf einem Index, der die Wer­ten­twick­lung eines bre­it gestreuten Korbs aus elf Rohstof­fen abbildet. Diese lassen sich den drei wichtig­sten Sek­toren der Rohstoff-Welt zuord­nen: Energiestoffe (z.B. Öl und Gas), Indus­triemet­alle (z.B. Kupfer oder Stahl) und Edel­met­alle (z.B. Gold). Die Gewich­tung dieser Sek­toren ist dabei rel­a­tiv gle­ich­mäßig. Dies ist wichtig, da Rohstoffe in sich selb­st bere­its eine diver­si­fizierte Anlageklasse sind. Jed­er einzelne Rohstoff wird von unter­schiedlichen Fak­toren getrieben, welche jew­eils unab­hängig sowohl voneinan­der, als auch von anderen Anlageklassen wie Aktien oder Anlei­hen sind. Gas beispiel­sweise wird vornehm­lich zum Heizen ver­wen­det, weshalb Ange­bot und Nach­frage stark vom Wet­ter abhän­gen. Stahl hinge­gen wird ins­beson­dere in der Bauwirtschaft ver­wen­det, während sich Kupfer in qua­si jedem Elek­tron­ikar­tikel wiederfind­et. Edel­met­alle wie Gold auf der anderen Seite gel­ten als sicher­er Hafen in unruhi­gen Zeit­en.

Quelle: Gin­mon, BNP Paribas, Lyx­or

Damit sich diese Diver­si­fika­tion­sef­fek­te nicht in Luft auflösen, ist es wichtig, dass keine Rohstof­f­gruppe ein zu großes Gewicht hat. Dies ist bei dem von uns genutzten BNP Paribas-ETF gegeben. Der Rohstoff-ETF von Lyx­or hinge­gen, auf den einige unser­er Wet­tbe­wer­ber set­zen, ist sehr stark in den Bere­ichen Energierohstoffe und Nahrungsmit­tel & Lebend­vieh konzen­tri­ert, wodurch sich ein großes Klumpen­risiko ergibt. 

Let­ztere Rohstoff-Gruppe ist in unserem ETF darüber hin­aus erst gar nicht enthal­ten. Denn Investi­tio­nen in Nahrungsmit­tel und Lebend­vieh wer­den häu­fig als ethisch frag­würdig betra­chtet. Hinzu kom­men diverse wis­senschaftliche Stu­di­en, die zeigen, dass Nahrungsmit­tel so gut wie keinen pos­i­tiv­en Effekt auf die Port­fo­lioal­loka­tion haben (z.B. Bessler und Wolff (2015)). 

Grund #3: Steueroptimierung

Mit der Invest­ments­teuer­reform wurde Anfang 2018 auch die Teil­freis­tel­lung von der Abgel­tungss­teuer auf Erträge einge­führt. Seit­dem müssen Pri­vatan­leger in Aktien­fonds mit einem fort­laufend­en Aktien­an­teil von mehr als 51% nur noch 70% der Erträge ver­s­teuern —  30% sind freigestellt. Bei Mis­ch­fonds mit ein­er Aktien­quote von min­destens 25% sind immer­hin noch 15% der Erträge von der Abgel­tungss­teuer befre­it.

Nun ist man mit unserem ETF aber in Rohstoffe investiert und nicht in Aktien, denken Sie sich bes­timmt. Das stimmt im Grunde auch, nur funk­tion­iert das Ganze bei Rohstof­fen etwas anders. Der Geset­zge­ber hat zum Anlegerschutz näm­lich beschlossen, dass es in der EU für einen Invest­ment­fonds nicht möglich sein soll, direkt in die bere­its erwäh­n­ten Ter­minkon­trak­te zu investieren. „Ver­gisst” ein Fonds, bzw. der entsprechende Fonds­man­ag­er, näm­lich die Rol­lierung der Ter­minkon­trak­te, so wer­den die Rohstoffe tat­säch­lich geliefert. Let­z­tendlich würde der Pri­vatan­leger die Kosten für diesen Faux­pas tra­gen. 

Deshalb ist die Investi­tion in Rohstoffe nur durch soge­nan­nte Total-Return-Swaps mit ein­er Invest­ment­bank möglich. Bei einem solchen Swap wer­den schlicht und ein­fach die Ren­diten (“Total Return”) zweier Port­fo­lios getauscht (“geswapt”). 

In unserem Fall heißt das: die BNP Paribas investiert in einen Korb von Aktien. Zum Stich­tag 31.12.2018 bein­hal­tete dieser zum Beispiel Aktien der Allianz, der Deutschen Telekom oder Siemens. Die Invest­ment­bank auf der anderen Seite investiert direkt in ein Rohstoff­port­fo­lio, dessen Gewich­tung dem zugrunde liegen­den Index unseres BNP Paribas Rohstoff-ETFs entspricht. Die Ren­diten des Aktien- und des Rohstoff­port­fo­lios wer­den dann ein­fach getauscht. So erhält der Anleger die Ren­dite des BNP Paribas Ener­gy & Met­als Enhanced Roll ETFs und die Invest­ment­bank die Ren­dite des Aktienko­rbes. 

Da der ETF selb­st aber nur Aktien hält, erfüllt dieser die rechtlichen Bedin­gun­gen für eine Teil­freis­tel­lung in Höhe von 30%. Dadurch prof­i­tieren Gin­mon-Anleger von ein­er gerin­geren Steuer­last.

So viel extra-Rendite liefert unser ETF

Der BNP Paribas Rohstoff-ETF ist konzep­tionell also deut­lich effizien­ter aufge­baut als ver­gle­ich­bare ETFs. Doch zwis­chen The­o­rie und Prax­is klaf­fen ja oft­mals ziem­liche Lück­en. Wie sieht es in unserem Fall aus? Sehen Sie selb­st.

Quelle: Gin­mon, Fact­set; Per­for­mance vom 25. April 2016 (Auflage des BNP Paribas Ener­gy & Met­als Enhanced Roll) bis 31. Okto­ber 2019

Seit Auflage des BNP Paribas Rohstoff-ETFs im April 2016 hat dieser sage und schreibe 14,4% mehr Ren­dite erwirtschaftet als der ETF von Lyx­or. Und es kommt noch bess­er: der Max­i­mum Draw­down — also der max­i­male Wertrück­gang, wenn man zum schlecht­esten Zeit­punkt ge- und wieder verkauft hätte — war bei dem von uns genutzten ETF um 4,6 Prozent­punk­te geringer.

Quelle: Gin­mon, Fact­set; Max­i­mum Draw­down berech­net über den Zeitraum vom 25. April 2016 (Auflage des BNP Paribas Ener­gy & Met­als Enhanced Roll) bis 31. Okto­ber 2019

Dies zeigt auf beein­druck­ende Art und Weise, wie wichtig die Auswahl des richti­gen ETFs sein kann. Rohstoff ist eben nicht gle­ich Rohstoff.

Welcher Anlegertyp sind Sie?