Unter der Prämisse niedriger Risiken ist Tages- und Fest­geld nach wie vor das bevorzugte Anlage­mod­ell in Deutsch­land. Dabei kon­nten wis­senschaftliche Erken­nt­nisse in den ver­gan­genen Jahren aufzeigen, dass es auch am Kap­i­tal­markt Anlages­trate­gien gibt, deren Risiken bei höher­er Ren­dite ver­gle­ich­bar niedrig sind.

Worum geht’s?
  • Fest- und Tages­geld ist infla­tions­bere­inigt meist ein Null­sum­men­spiel
  • Forschungsergeb­nisse zeigen, dass auch am Kap­i­tal­markt Möglichkeit­en existieren, das Risiko zu min­imieren
  • Hier­mit kann der Spar­er deut­lich höhere Ren­diten erzie­len

Festgeldzinsen liegen selten signifikant über der Inflation

Ger­ade in Zeit­en niedriger Zin­sen erfreuen sich Zinsver­gle­ich­sportale großer Beliebtheit. Um die ange­bote­nen Zin­sen für Tages- oder Fest­geld zu ver­gle­ichen sind nur ein paar Klicks notwendig. Die Ergeb­nisse verdeut­lichen jedoch, wie schwierig es heutzu­tage ist, eine angemessene Ren­dite zu erzie­len.

Der Fest­geld­ver­gle­ich ergibt aktuell für langfristige Anlage­hor­i­zonte Zin­sen im Bere­ich von nur wenig mehr als 1 Prozent. Ver­gle­icht man dies mit der Infla­tion­srate in Deutsch­land in 2014 von 0,9% p.a., wird schnell bewusst, dass Fest­geld infla­tions­bere­inigt ein Null­sum­men­spiel ist. Daher sehnen sich viele Spar­er nach den Zeit­en vor der Finanzkrise und einem höheren Zin­sniveau zurück. Aber auch damals war Tages- oder Fest­geld kaum lukra­tiv­er als heute, da die Infla­tion­srate in den Vorkrisen­jahren eben­falls noch über 2% p.a. lag.

Alternative Anlageklassen erscheinen oft auf den ersten Blick unsicherer

Vor diesem Hin­ter­grund wird schnell klar, wie wichtig eine alter­na­tive, aber min­destens eben­so sichere Anlage­form ist. Auf den ersten Blick scheint es diese Alter­na­tive aber nicht zu geben. Abgeschreckt von den Finanzkrisen der let­zten Jahre scheuen viele Men­schen alter­na­tive Anlageklassen. Seien es Aktien, Anlei­hen, Immo­bilien, Rohstoffe oder Edel­met­alle: bei fast allen wer­den Sie mit höheren Mark­tschwankun­gen und Aus­fall­risiken kon­fron­tiert.

Deswe­gen klam­mern sich viele Anleger nach wie vor an die gefühlte Sicher­heit beim Fest­geld. Doch dies trägt: Beim Fest­geld kop­pelt man seinen Erfolg an die aus­gebende Bank und die dahin­ter liegende nationale Ein­la­gen­sicherung, die das Ersparte absich­ern soll. Dies sind inner­halb der EU zwar über gle­iche Rah­menbe­din­gun­gen vere­in­heitlicht, jedoch ist trotz­dem das jew­eilige Land selb­st für die Garantie ver­ant­wortlich. Ger­ade in wirtschaftlich schwächeren EU-Län­dern darf bezweifelt wer­den, dass diese Ein­la­gen­sicherung im Falle ein­er schw­eren Finanzkrise vol­lum­fänglich greift. Dieses Risiko sollte jed­er Anleger mit einkalkulieren, der auf der Suche nach höheren Zin­sen in Fest­geld im Aus­land anlegt.

Selb­st die deutsche Ein­la­gen­sicherung ist nicht bre­it diver­si­fiziert, son­dern wird “nur” durch die deutschen Banken abgedeckt. Nicht erst seit der Finanzkrise 2008 wis­sen wir dazu, dass Banken­pleit­en kein reines Hirnge­spinst mehr sind.

Ein weit­er­er Nachteil von Fest­geld ist, dass der Anleger nicht direkt am Kap­i­tal­markt par­tizip­iert. Dies tut die Bank mit dem Geld wiederum, gibt vom Ertrag jedoch nur eine kleine Scheibe an den Spar­er ab.

Diversifizierung führt im Vergleich zu Festgeld sogar zu geringerem Ausfallrisiko

Auf sicheren Beinen ste­ht eine solche direkt Gel­dan­lage am Kap­i­tal­markt, wenn sie so bre­it wie möglich gestreut ist. In der Kon­se­quenz bedeutet dies, in so viele Län­der und Branchen wie möglich zu investieren. So ist ein Tota­laus­fall prak­tisch aus­geschlossen. Sollte ein Unternehmen oder gar der gesamte Markt eines Lan­des an Wert ver­lieren, macht sich dies im Depot unter all den anderen Werten nur bed­ingt bemerk­bar.

Dazu prof­i­tiert der Anleger vom Zins­eszins-Effekt. Dieser ist ins­beson­dere bei ein­er langfristi­gen Wer­tan­lage von großer Bedeu­tung und es wird je nach Strate­gie ein erhe­blich­er Unter­schied im Wertzuwachs erre­icht. Ein bre­it gestreutes Port­fo­lio aus Aktien und Anlei­hen mit ein­er anfänglichen Ein­malan­lage von €10.000,- ver­dop­pelt bere­its nach rund 12 Jahren bei ein­er Ren­dite von jährlich 6% auf­grund des Zins­eszins seinen Wert. Fest­geld hinge­gen würde im sel­ben Zeitraum mit einem Zins von 1,2% lediglich auf gut €11.500,- zule­gen. Und dabei ist es noch nicht ein­mal sofort ver­füg­bar.

Fazit

Da bei den meis­ten Anlegern die Sicher­heit ihrer Gel­dan­lage an höch­ster Stelle ste­ht scheuen sie häu­fig Alter­na­tiv­en zum Tages- oder Fest­geld. Und das obwohl sie dabei infla­tions­bere­inigt teil­weise Ver­luste machen. Doch mith­il­fe der richti­gen Anlages­trate­gie lässt sich auch am Kap­i­tal­markt die Sicher­heit der Gel­dan­lage max­imieren. Wis­senschaftliche Stu­di­en kon­nten wieder­holt nach­weisen, dass eine glob­ale Streu­ung der Gel­dan­lage das opti­male Ver­hält­nis aus Ren­dite und Sicher­heit sich­er­stellt.

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