Der Zins­eszins als math­e­ma­tis­ches Phänomen ist den meis­ten Men­schen bere­its seit dem Mathe­un­ter­richt aus der Schule bekan­nt und seine langfristige Wirkung wird jedoch immer noch von vie­len extrem unter­schätzt. Wir zeigen Ihnen, was es mit dem Zins­eszin­sef­fekt auf sich hat und wie Sie diesen ins­beson­dere für Ihre langfristige Gel­dan­lage nutzen kön­nen.

Worum geht’s?
  • Was ist der Zins­eszin­sef­fekt?
  • Wie wirkt sich dieser auf Investi­tio­nen aus?
  • Wie kann man den Zins­eszins für die eigene Gel­dan­lage nutzen?

Com­pound inter­est is the eighth won­der of the world. He who under­stands it, earns it. He who doesn’t, pays it.” Albert Ein­stein

Laut Wikipedia ist der Zins­eszins der “Zins, der auf kap­i­tal­isierte (dem Kap­i­tal zugeschriebene) Zin­sen ver­gan­gener Peri­o­den berech­net wird”. Math­e­ma­tisch lässt sich dieser mit fol­gen­dem Aus­druck beschreiben:

Kn = K0 * ( 1 + p⁄100 ) n
K0 = Kap­i­tal am Peri­o­de­nan­fang, Kn=Kapital am Peri­o­de­nende
p = Zins­fuß, n = Anzahl der gel­tenden Zeiträume/Jahre

Bei genauer­er Betra­ch­tung der Formel wird eine Beson­der­heit deut­lich: Das über­pro­por­tionale Wach­s­tum resul­tiert daraus, dass bere­its verzin­stes Kap­i­tal aus dem Vor­jahr erneut mit Zin­sen angelegt wird. Auf diese Art und Weise erhöhen sich jedes Jahr sowohl Anlage­summe als auch Ertrag.

Der Faktor Zeit wird unterschätzt

Dabei beste­ht der daraus resul­tierende Zins­eszin­sef­fekt im Wesentlichen aus zwei Kom­po­nen­ten: Der Zeit- und der Ren­di­te­ef­fekt. Der Zeitraum des Wach­s­tums und die Wach­s­tum­srate an sich sor­gen zusam­men für das über­pro­por­tionale Wach­s­tum des einge­set­zten Kap­i­tals als absoluten Betrag. Je höher die Verzin­sung und je länger das Invest­ment, desto effek­tiv­er ist der Zins­eszin­sef­fekt.

Ver­gle­icht man einen fest­gelegten Betrag von beispiel­sweise 10.000€‚ über ver­schiedene Anlage­hor­i­zonte (= Zeit­ef­fekt) und mit unter­schiedlichen Wach­s­tum­srat­en (= Ren­di­te­ef­fekt), wer­den die Vorzüge des Zins­eszin­sef­fek­ts schnell deut­lich: Kurzfristig fällt der Mehrw­ert durch den Zins­eszins zwar nur mar­gin­al aus. Doch auf lange Sicht kön­nen auch kleinere Investi­tio­nen zu einem beachtlichen Geld­be­trag anwach­sen. Bei Ren­dite- bzw. Zin­sun­ter­schieden von beispiel­sweise 3% kann der Kap­i­tal­be­trag dur­chaus um den Wert eines Neuwa­gens abwe­ichen.

Je längerfristig das Investment, desto effektiver der Zinseszins

Bei der eige­nen Gel­dan­lage sollte man den Zeit- und Ren­di­te­ef­fekt entsprechend berück­sichti­gen. Jed­er Prozent­punkt mehr bei der Ren­dite und jedes Jahr beim Investi­tion­szeitraum sor­gen let­z­tendlich für einen deut­lichen Mehrw­ert bei den absoluten Beträ­gen. Für Pri­vatan­leger bedeutet das konkret: Kap­i­tal, das kurzfristig nicht benötigt wird, sollte für höhere Ren­diten in den Kap­i­tal­markt investiert wer­den, anstatt es auf Tages­geld- und Fest­geld­kon­ten mit gerin­gen Zin­sen zu sparen, wo es auf­grund hoher Gebühren und der Infla­tion eher an Wert ver­liert als gewin­nt.

Dabei benötigt man nicht mal zwangsläufig ein hohes Startkap­i­tal um einen beachtlichen Ver­mö­gens­stand am Ende des Anlage­hor­i­zonts zu erre­ichen. Auch mit gerin­gen, aber regelmäßi­gen Anlage­be­trä­gen, z.B. in Form von Sparplä­nen, kann man sich den Zins­eszin­sef­fekt zunutze machen.

Ein Startkap­i­tal von zum Beispiel 10.000€ hat nach 15 Jahren unge­fähr den gle­ichen Wert wie ein Anfangs­be­trag von 1.000€ zuzät­zlich ein­er monatlichen Spar­rate von 75€ (Annahme: Gin­mon Anlages­trate­gie 6; erwartete Ren­dite: 5,2 % p.a. nach Abzug sämtlich­er Kosten). Damit kön­nte man beispiel­sweise ein drei­jähriges Studi­um seines Kindes mit monatlich fast 600€ unter­stützen.

Fazit

Ob für die Altersvor­sorge, zur Stu­di­en­fi­nanzierung der Kinder oder dem all­ge­meinen Ver­mö­gen­sauf­bau: Wer sich der Wirkung des Zins­eszins­es bewusst ist, kann das Poten­tial langfristig für seine Investi­tion­sziele nutzen. Albert Ein­stein beze­ich­nete den Zins­eszin­sef­fekt einst metapho­risch als acht­es Weltwun­der. Doch der Zins­eszin­sef­fekt ist gewiss kein Wun­der son­dern sim­ple Math­e­matik. Und zudem für jeden nutzbar. Das einzig Ungewöhn­liche daran ist, dass so wenige Men­schen diesen für den eige­nen Ver­mö­gen­sauf­bau ver­wen­den.

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