Die Anzahl an Anlegern, die in ETFs investieren, ist in den ver­gan­genen Jahren unaufhalt­sam gestiegen und mit ihr die Anzahl an Emit­ten­ten und Pro­duk­ten. Das Finanzin­stru­ment, das im Jahr 2000 zum ersten Mal in Deutsch­land han­del­bar war, zählt mit­tler­weile zu ein­er der beliebtesten Anla­gen weltweit. Die Vielzahl an unter­schiedlichen ETFs stellt aber auch viele pri­vate Anleger vor die Frage: Welch­er ETF passt am besten zu meinem Port­fo­lio? Um das Uni­ver­sum an ETFs laufend zu überwachen und kon­tinuier­lich die besten Pro­duk­te auszuwählen, wurde die pro­pri­etäre Port­fo­liotech­nolo­gie Ape­iron® entwick­elt. Diese übern­immt durch die Funk­tion Apeiron­s­e­lect die ETF-Auswahl vol­lkom­men automa­tisiert. Mit unserem neuen Update der Tech­nolo­gie kön­nen wir nun Ihr Port­fo­lio spür­bar verbessern.

Worum geht’s?

  • Die Gin­mon-Port­fo­lios wer­den um die Anlageklassen Rohstoffe und Immo­bilien erweit­ert
  • Die Län­dergewich­tung inner­halb der Port­fo­lios wird von ein­er Gewich­tung nach Mark­tkap­i­tal­isierung auf eine BIP-Gewich­tung umgestellt
  • The­sauri­erende Pro­duk­te kön­nen nun dank neuem Invest­ments­teuerge­setz auch in die Port­fo­lios aufgenom­men wer­den

Die Auswahl geeigneter Pro­duk­te wird mit der steigen­den Anzahl von ETFs immer schwieriger. Dabei gibt es zig ver­schiedene Eigen­schaften zu beacht­en, darunter die Rep­lika­tion­s­meth­ode, die steuer­liche Behand­lung oder auch die Auss­chüt­tungsart. Um bei den mehr als tausend Wert­pa­pieren den Überblick zu behal­ten, lassen wir unsere Port­fo­liotech­nolo­gie Ape­iron laufend alle ver­füg­baren ETFs analysieren. Durch das Update unser­er Tech­nolo­gie kon­nte die Funk­tion Apeiron­s­e­lect, Kernbe­standteil der Tech­nolo­gie, kür­zlich neue Opti­mierungspoten­ziale für die Port­fo­lios iden­ti­fizieren. Mit den Umstel­lun­gen wird die Diver­si­fika­tion und die Sicher­heit erhöht, bei gle­ichzeit­ig sink­enden Kosten. Um Ihre Gel­dan­lage also stets im Opti­mum zu hal­ten, wer­den wir neue Pro­duk­te in die Port­fo­lios aufnehmen und bish­erige aus­tauschen.
Mehr zu den neuen Ren­diteknüllern erfahren Sie im Fol­gen­den.

Wir allokieren in die vier wichtigsten Anlageklassen

Eine bre­ite Diver­si­fika­tion ist der Schlüs­sel zum erfol­gre­ichen Ver­mö­gen­sauf­bau. Die investierte Summe sollte dabei in ver­schiedene Anlageklassen investiert wer­den. Zu den wichtig­sten gehören Anlei­hen, Aktien, Immo­bilien und Rohstoffe. Bish­er hat sich Gin­mon auf die Anlage in Aktien und Anlei­hen konzen­tri­ert. Doch zukün­ftig wer­den auch Immo­bilien und Rohstoffe in die Port­fo­lios aufgenom­men.

Auf eine Anlage in Immo­bilien wurde bish­er bewusst verzichtet, da ein Invest­ment in Immo­bilien­fonds mit hohen laufend­en Man­age­ment­ge­bühren der Pro­duk­tan­bi­eter ver­bun­den war, die den möglichen Mehrw­ert für unsere Anlages­trate­gie zunichte gemacht hät­ten. Da nun kostengün­stigere und trans­par­entere Immo­bilien­fonds am deutschen Markt erhältlich sind, wird Gin­mon zukün­ftig Immo­bilien­in­vest­ments inte­gri­eren.

Rohstoffe stellen eine ganz eigene Anlageklasse dar, da es sich bei Rohstof­fen, im Gegen­satz zu anderen Anlageklassen, nicht um Pro­duk­tivkap­i­tal han­delt. Denn Rohstoffe gener­ieren für sich alleine keinen ökonomis­chen Mehrw­ert. Die mögliche Preis­steigerung entste­ht auss­chließlich durch eine Ver­schiebung von Ange­bot und Nach­frage. Für eine langfristige Gel­dan­lage kann es allerd­ings dur­chaus sin­nvoll sein, einen kleinen Anteil in das Port­fo­lio aufzunehmen. Da Rohstoffe ger­ing bis neg­a­tiv mit Aktien und Anlei­hen kor­re­lieren, die Entwick­lung also weitest­ge­hend unab­hängig voneinan­der ver­läuft, empfehlen sich diese als wirk­sames Instru­ment zur Diver­si­fika­tion. Durch den Rohstoff-ETF wer­den neben Gold auch Gas, Kupfer, Öl und viele weit­ere Bestandteil Ihres Port­fo­lios sein. Nahrungsmit­tel als Bestandteil des ETFs schließen wir aus. Wis­senschaftliche Stu­di­en wie z.B. die von Bessler und Wolff (2015) zeigen näm­lich, dass Nahrungsmit­tel so gut wie keinen pos­i­tiv­en Effekt auf die Port­fo­lioal­loka­tion haben.

Da es sich bei einem Rohstoff-ETF in der Regel um ein syn­thetis­ches Pro­dukt han­delt, wird nun auch ein solch­es erst­ma­lig in Ihr Port­fo­lio aufgenom­men. Wir hal­ten an unserem Prinzip, nur physis­che ETFs aufzunehmen, jedoch nach wie vor streng fest. Bei Rohstof­fen muss jedoch eine Aus­nahme gemacht wer­den, da eine physis­che Rep­lika­tion nahezu unmöglich ist. Bei unseren kon­ser­v­a­tiv­en Anlegern wer­den wir aus diesem Grund auf Rohstoff-ETFs verzicht­en.

Reallokation innerhalb der Anlageklassen Aktien und Anleihen

Durch die hohe Nach­frage an ETFs sind seit eini­gen Monat­en diverse neue Pro­duk­te von neuen Emit­ten­ten am Par­kett erhältlich, die sowohl qual­i­ta­tiv wie auch preis­lich sehr kom­pet­i­tiv sind. Um hier­von zu prof­i­tieren, wer­den wir einige Pro­duk­te inner­halb dieser Anlageklassen eben­falls aus­tauschen.

In der Kat­e­gorie Anlei­hen wer­den infla­tion­sin­dex­ierte Anlei­hen (auch bekan­nt unter “TIPS”) aufgenom­men. Diese, meist von Staat­en aus­gegebe­nen Anlei­hen, schützen den Investor vor einem infla­tionären Wertver­lust, da die Kupon­zahlun­gen an die Infla­tion­srate gekop­pelt sind. Dabei beschränken wir das Invest­ment auf Staat­san­lei­hen der Euro­zone, denn nur diese ist für Sie als Anleger rel­e­vant. Zudem wird mit einem Emerg­ing Mar­kets Bond-ETF die Diver­si­fika­tion im Anlei­hen­bere­ich erweit­ert. Um sicherzustellen, dass Sie best­möglich gegen das Aus­fall­risiko einzel­ner Län­der abgesichert sind, liegt die Gewich­tung jedes Lan­des bei max­i­mal drei Prozent. Mit dieser Qual­itäts­gewich­tung kön­nen mehr als 60 neue Län­der inner­halb des Anlei­hen­bere­ichs in das Port­fo­lio inte­gri­ert wer­den.

Auch im Aktien-Bere­ich wer­den wir zukün­ftig eine ver­stärk­te Anpas­sung der Fak­toren an die Anlages­trate­gie vornehmen. In sicher­heit­sori­en­tierten Port­fo­lios wer­den somit die Fak­toren Val­ue und Size weniger stark von Bedeu­tung sein wie ver­gle­ich­sweise in einem chan­cenori­en­tierten Port­fo­lio.

Durch die deut­lich gerin­gere Kosten­struk­tur der neuen Port­fo­liobe­standteile wer­den die inter­nen Fond­skosten von 0,30% — 0,39%, abhängig von der zugrun­deliegen­den Anlages­trate­gie, auf 0,19% — 0,25% reduziert.

Länderallokation nach BIP-Gewichtung

Eine Diver­si­fika­tion über unter­schiedliche Län­der und Märk­te ist unab­d­ing­bar, um sich gegen den Aus­fall einzel­ner Märk­te oder Seg­mente zu schützen. Es stellt sich jedoch die Frage, in welchem Ver­hält­nis einzelne Län­der gewichtet wer­den sollen. Der am weitesten ver­bre­it­ete Ansatz ist eine Gewich­tung nach Mark­tkap­i­tal­isierung, also dem Gesamtwert der Anteile aller börsen­notierten Unternehmen eines Lan­des. Dieser Ansatz galt lange als Stan­dard, wird in der Finanzwis­senschaft aber zunehmend kri­tisch gese­hen. Diverse Stu­di­en haben aufgezeigt, dass eine Gewich­tung nach Mark­tkap­i­tal­isierung nicht beson­ders effizient ist. So erzie­len die daraus resul­tieren­den Port­fo­lios nicht die höch­sten risikoad­justierten Ren­diten. Hier wird also Ren­ditepoten­zial liegen gelassen.
Außer­dem führt eine Gewich­tung nach der Mark­tkap­i­tal­isierung zu Port­fo­lios, die nicht opti­mal diver­si­fiziert sind. Ein glob­ales Port­fo­lio beste­ht beispiel­sweise zu knapp 53 Prozent aus US-Titeln, wodurch ein hohes Klumpen­risiko entste­ht.
Neben diesem Risiko sind die Port­fo­lios auch anfäl­liger für Blasen­bil­dung, da über­be­w­ertete Unternehmen entsprechend höher gewichtet wer­den. Diese Anfäl­ligkeit zeigte sich zulet­zt während der Dot-Com-Blase. Denn die Mark­tkap­i­tal­isierung ist nicht zwangsläu­fig mit der Ertrags­fähigkeit eines Unternehmens gle­ichzuset­zen. So wur­den während des Inter­net-Booms Ende der 1990er Jahre viele Tech­nolo­gie-Aktien mit über­trieben hohen Mark­twerten verse­hen, obwohl diese häu­fig kaum Umsätze vor­weisen kon­nten.

Als Alter­na­tive wird in der Port­fo­lio­the­o­rie eine Gewich­tung nach Fun­da­men­tal­dat­en vorgeschla­gen, also zum Beispiel nach Fir­men­größe, Umsatz, Gewinn oder Bew­er­tung (u.a. bei Arnott, Hsu, Moore (2004)). Eine solche Gewich­tung liegt auch dem von den Pro­fes­soren Fama und French begrün­de­ten Fak­tor-Invest­ing zugrunde, welch­es den Kern unser­er Invest­ment­philoso­phie bildet. Bei diesem wer­den kleine und niedrig bew­ertete Unternehmen höher gewichtet. Es hat sich gezeigt, dass dieser Ansatz langfristig höhere Ren­diten erwirtschaftet als eine Gewich­tung nach Mark­tkap­i­tal­isierung. Auf regionaler Ebene wird als Fun­da­men­tal­gewich­tung häu­fig eine Alloka­tion nach der wirtschaftlichen Leis­tungs­fähigkeit eines Lan­des vorgeschla­gen. Um die jew­eilige Wirtschaft­sleis­tung zu messen, wird das Brut­toin­land­spro­dukt (BIP) herange­zo­gen.

Die fol­gende Tabelle zeigt, dass der BIP-basierte Ansatz den Anteil von US-, UK- und schweiz­er Titeln deut­lich reduziert. Andere Län­der wie Deutsch­land oder Chi­na wer­den hinge­gen stärk­er im Port­fo­lio vertreten sein.
His­torisch betra­chtet hat dieser Ansatz in dem Zeitraum von 1988 bis 2010 jährlich 2,6 Prozent mehr Ren­dite erwirtschaftet. Die höhere Ren­dite ist vor allem auf die höhere Alloka­tion in Schwellen­märk­ten zurück­zuführen.

Quelle: MSCI All Coun­try World Index für die Mark­tkap­i­tal­isierungs­dat­en (Stand März 2018), Inter­na­tion­al Mon­e­tary Fund (IMF) für die BIP-Dat­en (offizielle IMF-Schätzun­gen für 2017, Stand März 2018)

Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs

Seit Beginn des Jahres 2018 ist ein neues Steuerge­setz in Kraft. Dieses soll die Steuer­erk­lärung deut­lich vere­in­fachen. Im Gegen­satz zum vorheri­gen Gesetz ist es in Bezug auf die Besteuerung von ETFs nicht mehr rel­e­vant, in welchem Land der ETF aufgelegt wurde, welche Rep­lika­tion­s­meth­ode oder Auss­chüt­tungsart er besitzt.

Durch diese Neuregelung ist der Nachteil von the­sauri­eren­den ETFs ver­schwun­den und somit auch der Grund für den Auss­chluss dieser in unseren Port­fo­lios. Zukün­ftig wer­den somit bei­de Auss­chüt­tungsarten in den Port­fo­lios vertreten sein. Aber keine Sorge: Bei allen auss­chüt­ten­den ETFs wird nach wie vor unser Algo­rith­mus die Rein­vesti­tion der Div­i­den­den übernehmen.

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