Winterschlussverkauf an der Börse und der Vorteil des Cost Average Effektes

Weltweite Kurseinbrüche am Kapitalmarkt stellen Anleger immer wieder vor die Frage, ob diese einen Anpassungsbedarf für die eigene Geldanlage erfordern. Es regt sich teilweise der Wunsch, "aktiv" zu werden um der Entwicklung entgegenzuwirken und so die fallenden Kurse zu vermeiden.

Längerfristige Studien zeigen jedoch, dass manuelle Eingriffe selten von Erfolg gekrönt sind. Häufig führt dies dazu, dass Wertpapiere am Tiefpunkt verkauft werden, nur um diese wenige Wochen später zu höheren Kursen wieder zurück zu kaufen.

Blicken wir auf den September 2015, hatten wir bereits eine sehr ähnliche Situation erlebt. Hier hatte sich der Kursrutsch im August innerhalb von weniger als zwei Monaten bereits wieder vollständig erholt. Hier sollte vielmehr die Chance gesehen werden, zu diesen günstigen Einstiegskursen weitere liquide Mittel am Kapitalmarkt anzulegen, um weitere Anteile zu niedrigen Preisen zu erwerben.

Zudem ist es ratsam, die Anlagesummen über Sparraten über mehrere Monate zu verteilen, um so einen durchschnittlichen Kaufkurs zu sichern und das Risiko eines schlechten Kaufkurses zu reduzieren.

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Im Beispiel (Tabelle oben) wird ein Zeitraum von fünf Monaten betrachtet. Anleger A zahlt einen Einmalbetrag von 10.000 € ein und erhält davon 153,85 ETF Anteile. Nach den ersten 5 Monaten ist der Kurswert zwischenzeitlich gefallen und letztendlich auf 75 € pro ETF Anteil gestiegen. Sein Depot hat nun einen Gegenwert von 11.539 €, also ein Plus von 1.539 €. Anleger B, der über die 5 Monate jeweils 2.000 € monatlich eingezahlt hat, besitzt am Ende des Zeitraums 159,34 ETF Anteile. Sein Depot hat zum aktuellen Kurs einen Wert von 11.951 €. Das bedeutet er hat 1.951 € mit seiner Geldanlage erwirtschaftet und durch die regelmäßige Sparrate 412 € mehr Rendite als Anleger A erwirtschaftet.

Natürlich hätte Anleger A auch Glück haben können. Wäre der Kurs während des gesamten Zeitraums gestiegen, hätte er logischerweise eine höhere Rendite als Anleger B erzielt.

Dies ist vergleichbar mit zwei Autofahrern auf der Autobahn. Autofahrer A fährt mit 300 km/h die selbe Strecke wie Autofahrer B mit 130 km/h. Auch wenn beide unversehrt am Ziel ankommen und Autofahrer A viel weniger Zeit benötigt hat war er einem deutlich höherem Risiko ausgesetzt. Statistisch und wissenschaftlich ist eine Geldanlage frei von Emotionen langfristig erfolgreicher, als wenn unnötiges Risiko eingegangen wird.

Zudem sollten die Sparraten dazu genutzt werden, die Gewichtung der Anlagestrategie jeweils wieder an das gewählte Risikolevel anzugleichen. (Sogenanntes Smart Rebalancing) So bleibt die Anlagestrategie trotz der Bewegung am Markt erhalten und durch den antizyklischen Ansatz wird stärker an der folgenden Erholung des Kapitalmarktes partizipiert.


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