Vorteile der Aktie als Anlageklasse

Die Risiken der Aktie als Anlageklasse werden von vielen Menschen überschätzt, die Risiken festverzinslicher Anlagen hingegen oft unterschätzt. Wir zeigen Ihnen, welche Vorteile sich für Sie durch Aktieninvestments ergeben.

Worum geht’s?

  • Aktien sind primär ein Instrument für die langfristige Geldanlage.
  • Nicht nur Aktien sind eine riskante Anlageklasse sondern auch klassische, festverzinsliche Anlageklassen können riskant sein.
  • Um nicht an das Schicksal einer Bank, eines Landes oder eines Unternehmens gebunden zu sein, sollten Sie stets diversifiziert investieren.

Das aktuell historisch niedrige Zinsumfeld hat dazu geführt, dass viele traditionelle Anlagemethoden wie Tages- oder Festgeldkonten an Attraktivität eingebüßt haben. Inflationsbereinigt machen Sparerinnen und Sparer durch diese Anlageform langfristig Verluste. Nichtsdestotrotz setzt die Mehrheit der Deutschen - unter der Prämisse angeblicher Investitionssicherheit - immer noch auf Tages- und Festgeldkonten als präferierte Anlageform.

Nur wenige sehen sich nach alternativen Anlagemöglichkeiten wie z.B. Aktien um. Insbesondere die DotCom Krise hat unter deutschen Sparerinnen und Sparern dafür gesorgt, dass die Aktie als hochriskantes Anlagemodell in Verruf geraten ist. Wenn man jedoch mit der richtigen Methode in Aktien investiert, verringern sich die damit verbundenen Risiken erheblich.

Aktien können gegen Inflation absichern

In Aktien zu investieren bedeutet automatisch Anteile an dem jeweiligen Unternehmen zu erwerben. Somit erwerben Sie einen Anteil an dem gesamten Vermögen des Unternehmens. Dazu zählen in der Regel auch physische Gegenstände wie Fabriken, Fertigungshallen, Immobilien, usw. Der Vorteil hierbei: Die Werte physischer Gegenstände sind in der Regel nicht so stark von Inflation betroffen wie beispielsweise monetäre Vermögenswerte. Die Preise von physischen Gegenständen sind relativ flexibel und somit passt sich auch ein erheblicher Teil des Unternehmenswertes an die Inflation an.

Erst in Zeiten extremer Inflation können Aktien keinen ausreichenden Schutz gegen Inflation mehr bieten. Im Gegensatz dazu sind andere Anlageklassen wie festverzinsliche Anlageformen von unterschiedlichen Inlfationsniveaus deutlich stärker betroffen. Den Faktor Inflation unterschätzen viele Anleger. Sie denken, dass, wenn Sie bei Ihrem Festgeldkonto einen festen Zinssatz haben, Ihr Vermögen automatisch um den Zinssatz zunehmen wird. Inflationsbereinigt ist dies jedoch häufig nicht der Fall.

Langfristig erhalten Sie mit Aktien höhere Renditen

In der Bevölkerung herrscht oftmals eine etwas verzerrte Wahrnehmung bezüglich der Aktie als potenzielle Anlageklasse. Ein Grund hierfür ist, dass die Aktienmärkte vornehmlich in Zeiten hoher Volatilität mediale Beachtung finden. Daher denken viele Bürgerinnen und Bürger, Aktienkurse wären lediglich ein erratischer Prozess irrationaler Aufs und Abs. Dies mag kurzfristig der Fall sein. Langfristig spiegeln Aktienmärkte aber die Produktivkraft ganzer Volkswirtschaften wider und diese unterliegt keineswegs einem erratischen Prozess.

Dieses fehlende Wissen bezüglich der Aktienmärkte wird durch eine jüngst veröffentlichte Studie mehr als deutlich. Seit 2009 hat sich der Kurs des deutschen Leitindexes DAX mehr als verdoppelt. Der Studie zufolge glaubte die Mehrheit der Befragten, der Wertzuwachs betrüge nur 20%. Dies verdeutlicht, dass sich viele Menschen in unspektakulären Marktzeiten dem Thema Aktienmärkte kaum widmen. Für viele scheinen Aktienmärkte bloß ein Ort wilder Spekulation und abenteuerlicher Finanzalchemie zu sein. Dieses Unwissen führt meist dazu, dass Aktien als Anlageklasse vernachlässigt werden, obwohl sie langfristig renditestärker sind als festverzinsliche Anlageklassen. In der Vergangenheit war die Rendite von Aktien im Durchschnitt 2-3% höher als die von festverzinslichen Anlageformen.

Die Risiken von festverzinslichen Anlageklassen werden oft unterschätzt

Der Kauf einzelner Unternehmenstitel ist sehr eng mit dem wirtschaftlichen Schicksal des jeweiligen Unternehmens verbunden. Der Konkurs dieses Unternehmens führt bei Aktionären in der Regel zum Totalverlust ihrer Gelder, da die Gläubiger zuerst bedient werden. Dieses Risiko eines Totalverlusts ihrer Anlage könnnen Sie reduzieren indem Sie Ihre Geldanlage möglichst breit streuen. Durch ein maximal gestreutes Weltportfolio sind die Auswirkungen einzelner Unternehmenspleiten auf Ihre Geldanlage minimal.

Darüber hinaus sind auch festverzinsliche Geldanlagen wie Fest- und Tagesgeldkonten keineswegs so risikofrei wie viele Menschen annehmen. Ein Konkurs der jeweiligen Bank kann auch zu dem Verlust der Investitionssumme führen. Offiziell gibt es in der EU zwar einen Einlageschütz von bis zu 100.000€. Dieser muss jedoch von dem Land gewährt werden, aus welchem die betroffene Bank stammt. Bei deutschen Banken ist aufgrund der hohen Bonität des deutschen Staates somit der Einlageschutz garantiert. Bei ausländischen Instituten muss dies jedoch nicht unbedingt der Fall sein. Im Zuge der Finanzkrise ist die Bonität vieler europäischer Staaten stark gesunken und der Einlageschutz ist daher keinesfalls garantiert. Dies sollten Sie stets beachten, wenn Sie Ihr Fesgteld im Ausland anlegen.

Fazit

Aktien sind eine Form der Geldanlage, die sich für Sie vor allem langfristig lohnt, weil sie deutlich renditestärker sind und einen besseren Inflationsschutz bieten als herkömmliche Anlageformen. Allerdings sollten Sie Ihr Aktienportfolio möglichst breit streuen, um von Einzelereignissen möglichst wenig betoffen zu sein.


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