4 Grundregeln für die Geldanlage Ihrer Kinder per ETF-Sparplan

Kinder finanziell abzusichern ist ein wichtiges Thema für junge Familien in Deutschland. Egal ob Ausbildung, medizinische Behandlungen oder der Führerschein - die eigenen Kinder sind ein nicht unerheblicher Faktor in der familiären Finanzplanung.


Worum geht's?

  • Das klassische Sparbuch ist eine vergleichsweise unrentable Sparmöglichkeit
  • Der Aktienmarkt bietet eine gute Basis für eine langfristig orientierte Geldanlage
  • Mit der richtigen Anlagestrategie lassen sich die Ersparnisse gegenüber dem Sparbuch verdoppeln
  • Vier einfache Grundregeln helfen Ihnen dabei, die Geldanlage für Ihre Kinder optimal umzusetzen

Das Sparbuch - eine vergleichsweise schlechte Wahl

Wer sich frühzeitig mit dem Thema Geldanlage beschäftigt und einen Sparplan nutzt, kann schon mit sehr kleinen Sparbeträgen langfristig ein großes finanzielles Polster für die eigenen Kinder aufbauen. Für viele Menschen scheint die richtige Geldanlage jedoch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Daher setzten viele Eltern noch immer auf die klassischen Sparmodelle wie das Sparbuch.

Wer heutzutage die Zeitung aufschlägt wird von unzähligen Hiobsbotschaften überschüttet. „EZB enteignet deutsche Sparer“ – „Demografischer Wandel – Renten in Zukunft nicht mehr gesichert“. Mit solchen Schlagzeilen sieht man sich Tag für Tag konfrontiert. Durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken fühlt der Sparer sich klassischer Anlageformen wie Tages- und Festgeld beraubt.

Das Sparbuch gilt als ungeeignetes Produkt zum langfristigen Sparen

Dabei sind Sparbücher nicht erst seit der Eurokrise unattraktiv. Als die Zinsen noch höher waren, war auch die Inflation gleichermaßen höher als heutzutage. Inflationsbereinigt sind Sparbücher schon seit langem ein Nullsummenspiel - den meisten Menschen wird dies allerdings erst jetzt bewusst. Eine sichere und rentablere Alternative zum Sparbuch zu finden ist daher immens wichtig.

Unnötiges Misstrauen gegenüber dem Aktienmarkt

In vielen Ländern wie den USA oder Großbritannien, wo private Vorsorge traditionell eine größere Rolle als in Deutschland spielt, hat sich diese Erkenntnis schon lange durchgesetzt. Auf der Suche nach attraktiven Alternativen halten viele Menschen bereits einen großen Anteil ihrer Ersparnisse in Form von Aktien.

In Deutschland wird diese Form der Geldanlage häufig noch gar nicht (oder zumindest nicht richtig) genutzt. Dabei gibt es Anlagestrategien, mit denen sich die Risiken am Kapitalmarkt minimieren lassen. Der zentrale Begriff lautet dabei Diversifikation. Das heißt, dass man niemals auf ein einzelnes Unternehmen setzen sollte, sondern das Ersparte besser in tausende Unternehmen aus der ganzen Welt investiert. Mit dieser Strategie lässt sich am globalen Wirtschaftswachstum partizipieren ohne von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Unternehmen abhängig zu sein.

Ein ETF-Sparplan hat einen deutlich höheren Effekt

Der Unterschied zum klassischen Sparbuch ist dabei immens. Nehmen wir an, Sie legen zur Geburt Ihres Kindes 1.000 € an und zahlen weitere 50 € monatlich ein. In diesem Fall haben Sie mit einem Sparbuch (zu derzeitigen Zinsen von 0,5% p.a.) nach 18 Jahren insgesamt ca. 12.400 € angespart. Mit einem ETF Sparplan (bei erwarteten durchschnittlichen Zinsen von 5% p.a.) erreichen Sie 20.100 € an Ersparnissen - das ist ein Plus von 7.700 €.

Zum Vergleich: einer der derzeit günstigsten Neuwagen in Deutschland kostet rund 6.900 €. Sie könnten Ihrem Kind also alleine von diesem Mehrertrag einen Kleinwagen inkl. Extras zum 18. Geburtstag schenken.

Von den Ersparnissen könnte aber auch ein dreijähriges Bachelorstudium mit monatlich 558 € unterstützt werden. Das sind 214 € mehr pro Monat, als Ihr Kind bei einer Anlage mit einem Sparbuch zur Verfügung hätte.

Wertentwicklung Sparbuch (0,5% Zinsen p.a.) vs. ETF-Sparplan (5% p.a.)

Zudem besteht ein Steuervorteil. Denn Ihr Kind wird als vollwertiger Steuerzahler eingestuft und erhält einen eigenen Sparerpauschbetrag von 801 €.

Beachten Sie diese 4 Grundregeln:

1. Berücksichtigen Sie den Anlagehorizont Ihres Kindes

Im Laufe des Lebens Ihres Kindes werden Sie mit verschiedenen Ereignissen konfrontiert, für die Sie sich finanziell absichern sollten.

Falls Ihr Kind beispielsweise eine Zahnspange bereits in 3 Jahren benötigt und Sie jetzt dafür Geld beiseite legen möchten, passt ein Tagesgeldkonto am besten zu Ihren aktuellen Bedürfnissen. Tagesgeld ist eine sichere Anlageform mit nur geringen Schwankungen. Der Nachteil sind allerdings die niedrigen Zinsen.

Ist Ihr Kind dagegen gerade erst auf die Welt gekommen, so haben Sie in der Regel einen Anlagehorizont von mindestens 18 Jahren. Aufgrund der höheren Renditen und des Zinseffekts ist der Kapitalmarkt hier die deutlich bessere Alternative.

2. Streuen Sie Ihre Geldanlage global

Um das Risiko der Geldanlage zu minimieren ist Diversifikation das höchste Gut - d.h. das Geld sollte möglichst breit gestreut werden. So können Sie das Risiko eines Wertverlusts eines einzelnen Unternehmens oder Marktes minimieren. Eine gute Möglichkeit hierfür sind beispielsweise Indexfonds, die die Möglichkeit bieten in viele Unternehmen und Märkte gleichzeitig zu investieren.

Die ideale Diversifikationsstrategie ist hierbei ein “Weltportfolio”, das sich aus verschiedenen Regionen, Industrien und Unternehmen zusammensetzt. Durch die Abbildung der gesamten Weltwirtschaft wird die Geldanlage maximal gestreut. Dies entspricht auch dem wissenschaftlichen Ansatz des Nobelpreisträgers von 2013, Prof. Eugene Fama.

3. Vermeiden Sie versteckte Kosten

Um nicht einen Großteil der Rendite wieder zu verlieren, sollten Sie stets auf die internen Fondskosten achten. Bei Fonds, die mit einem Fondsmanager arbeiten, liegen allein diese meist bei mindestens 1,5% der Anlagesumme pro Jahr.

Deswegen lohnen sich kostengünstige Alternativen wie Indexfonds oder ETFs. Hier liegen die Kosten typischerweise bei weniger als 0,4% der Anlagesumme pro Jahr. Darüber hinaus fallen keine Ausgabeaufschläge an, die bei vielen anderen Fonds bis zu 5% der Anlagesumme betragen können.

4. Sparen Sie regelmäßig

Mit dem Vermögensaufbau für Ihre Kinder sollten Sie möglichst früh anfangen, um langfristig vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Hier ist ein Sparplan ein sinnvolles Modell um schon sehr früh mit dem Vermögensaufbau anzufangen.

Darüber hinaus ergibt sich ein weiterer entscheidender Vorteil: Die Wissenschaft zeigt, dass es schlicht unmöglich ist, den perfekten Zeitpunkt für den Kauf von Wertpapieren zu treffen. Mit einem regelmäßigen Sparbetrag hingegen erreichen Sie einen Durchschnittspreis - dieser liegt zwar über dem günstigsten Preis, aber auch unter dem ungünstigsten. Diesen Effekt bezeichnet mal als “Cost-Average-Effekt”.

Fazit:

Ihre Kinder für die Zukunft finanziell abzusichern kann ganz einfach sein, wenn Sie dabei ein paar wenige Dinge beachten. Je nachdem, wann Ihr Kind das Geld benötigt sollten Sie auf ein unterschiedliches Sparmodell setzen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass Geld, welches Sie in frühestens 5 Jahren benötigen am Kapitalmarkt gut aufgehoben ist. Darunter bietet sich ein Tagesgeldkonto an. Um ein optimales Verhältnis aus Risiko und Rendite zu erzielen, sollten Sie Ihr Geld global gestreut investieren. Hierzu bieten sich kostengünstige Indexfonds und ETFs an.

Um langfristig von den höheren Renditen am Kapitalmarkt zu profitieren, fangen Sie am besten möglichst früh mit dem Vermögensaufbau für Ihre Kinder an. Dabei bietet sich insbesondere ein monatlicher Sparplan an, da Sie hier keine große Einmalanlage tätigen müssen und gleichzeitig noch vom “Cost-Average-Effekt” profitieren.


Welcher Anlegertyp sind Sie?


Anlegertyp ermitteln