Die 3 Renditetreiber am Kapitalmarkt - So schlagen Sie jeden Fondsmanager

Wie lassen sich Renditen und Kursentwicklungen an den Kapitalmärkten erklären?

Wie kommt es dazu, dass manche Wertpapiere rentabler sind als andere?

Mit diesen beiden fundamentalen Fragen der Finanzwissenschaft beschäftigen sich Ökonomen seit vielen Jahren. Ein Pionier unter ihnen ist Prof. Eugene Fama von der University of Chicago, welcher für seine Finanzmarktmodelle im Jahre 2013 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde. Um seine Theorien verstehen zu können, muss man sich zunächst mit dem zentralen Grundbegriff seiner Modelle, dem Risiko, auseinandersetzen.

Keine Rendite ohne Risiko

Laut Fama können Renditen nicht risikofrei erwirtschaftet werden. Renditen sind demnach die Prämie, die ein Investor dafür erhält, dass er sich einem gewissen wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt hat. Aktionäre beispielsweise sind Anteilseigner eines bestimmten Unternehmens. Daher ist der Erfolg ihrer Aktienanlage eng mit dem wirtschaftlichen Schicksal des Unternehmens verknüpft. Sollte das Unternehmen nämlich scheitern, verlieren die Aktionäre ihr Geld. Warum sollten Aktionäre also dieses Risiko überhaupt erst eingehen? Die Antwort darauf lautet, dass Aktien historisch gesehen deutlich höhere Renditen erzielen konnten als andere Anlageformen, wie Anleihen oder Tagesgeld. Aktionäre werden also für das höhere Risiko, das sie tragen finanziell entlohnt. Im Fachjargon spricht hierbei von der sogenannten „equity premium“. Diese Prämie ist eine erste wichtige Determinante von Aktienpreisen und Renditen.
Wie lässt sich dieses Risiko jedoch bemessen?

3-Faktorenmodell als Grundlage zur Renditeberechnung

Laut Famas 3-Faktorenmodell gibt es drei grundlegende Faktoren, die als Haupttreiber von Aktienrenditen angesehen werden können. Der erste dieser Faktoren ist die sogenannte Marktkorrelation. Hierunter versteht man wie stark die Kursentwicklungen einer Unternehmensaktie mit gesamtökonomischen Entwicklungen korrelieren. Das Risiko einer Aktie wird dabei durch den Grad der Korrelation definiert. Steigt beispielsweise der Kurs einer Aktie in einem Boom sehr stark an und verliert sie in einer Rezession sehr viel an Wert, dann ist diese stärker mit den Marktgeschehnissen korreliert als eine Aktie, die sich unabhängiger vom Markt entwickelt. Je höher der Grad dieser Korrelation ist, desto grösser ist das Risiko, das ein Investor trägt. Im Umkehrschluss ist die erwartete Rendite für stärker korrelierte Aktien höher.

Kleinere Unternehmen erwirtschaften höhere Renditen

Viele Jahre lang war die Marktkorrelation der einzige Faktor, der in Kapitalmarktmodellen berücksichtigt wurde. In seinem 3-Faktorenmodell bezieht Fama aber noch zwei weitere Faktoren ein. Einer davon ist die Größe des börsennotierten Unternehmens. Fama nennt diesen Faktor in seinem Modell „Size“. Die empirischen Studien Famas aber auch anderer Finanzwissenschaftler konnten nachweisen, dass kleinere Unternehmen (auch „Small-Cap“ genannt) an den Märkten höhere Renditen erzielen. Diese sogenannte „Size“-Prämie wird zu meist damit erklärt, dass es für Investoren schwieriger ist an Informationen zu kleineren als zu größeren Unternehmen zu gelangen. Während sich die Presse beispielsweise in ihrer Berichterstattung auf große DAX-Unternehmen fokussiert, stehen kleinere börsennotierte Unternehmen meistens weniger im Fokus. Die bessere Performance der kleineren Unternehmen, die durchschnittlich ca. 2,2% p.a. über der von großen Unternehmen liegt, entlohnt somit die Aktionäre für die am Markt vorherrschende Informationsasymmetrie.

Fair bewertete Unternehmen schneiden langfristig besser ab

Der dritte Faktor, der von Fama beschrieben wird ist der sogenannte „Value“-Faktor. Dieser beschreibt den Umstand, dass historisch gesehen sogenannte „Value“-Unternehmen eine bessere Performance an den Kapitalmärkten hatten als sogenannte „Growth“-Unternehmen. Laut Definition sind „Value“-Unternehmen diejenigen Unternehmen, deren Marktkapitalisierung nahe an ihrem Buchwert liegt. Bei „Growth“-Unternehmen ist die Diskrepanz zwischen diesen beiden Beträgen groß. Dieser Effekt kann damit erklärt werden, dass „Growth“-Unternehmen während eines Booms oftmals überbewertet werden. Sobald sich die Investoren dieses Umstands bewusst sind, verkaufen sie ihre Anteile schlagartig. Somit sind Aktienkurse von „Growth“-Unternehmen häufig deutlich volatiler, was sich oft negativ auf ihre Performance auswirkt. Historisch betrachtet erzielen “Value”-Unternehmen damit eine um 1,1% p.a. höhere Rendite.

Fazit

Zusammenfassend gibt es drei entscheidende Treiber für Aktienrenditen, die Sie auch in Ihrem Portfolio berücksichtigen sollten. Der erste ist die Marktkorrelation, welche den Umstand beschreibt, wie sehr eine Aktie von den makroökonomischen Gegebenheiten beeinflusst wird. Der zweite ist die Größe des börsennotierten Unternehmens. Kleinere Unternehmen sind im Schnitt rentabler als größere Unternehmen. Darüber hinaus erzielen Unternehmen, welche nicht zu zeitweiliger, spekulativer Überbewertung neigen, langfristig höhere Renditen. Fama nennt dies den „Value“-Faktor. Die Erkenntnisse dieses Modells hat die Anlagestrategie vieler professioneller Anleger nachhaltig verändert. Heutzutage streuen Anleger ihre Anlage nicht nur über unterschiedliche Anlageklassen, sondern auch über die genannten Faktoren. Durch gezielte Investition in „Small-Cap“ und „Value“-Firmen lassen sich nachweislich bessere Renditen erzielen und durch eine breite Diversifikation können die Risiken gleichzeitig minimiert werden.


Nutzen Sie die drei Renditetreiber auch für Ihr Portfolio.


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